0,74 €Schweinefuß, Tattoofarbe, Harz, Messing, GipsAuf eine gefundene Metallstange aufgespießt, gibt der Fuß alle von diversen Institutionen vergebene Codes wieder, die zur Identifizierung meiner Person dienen. Das Verwischen des Unterschiedes zwischen wörtlichem und übertragenem Sinn, ein Prinzip bis an die Grenzen des Gegenteils zu bringen: Abstraktion wird ins unmöglich Konkrete gewendet.














OMPHALOS
Erde, Nylon, Plastik, Pflanzen, Insekten, Leuchtkasten
Film 4:46 min

Installation eines riesigen Nabels.
Ich visualisiere metaphorisch mit einem Rückblick auf einen archaisch erscheinenden Anfangspunkt die Auflösung meiner seelischen Bindung. Konkret den Trennungsprozess von den Eltern und anderen Bezugspersonen, als Schritt in die Selbstständigkeit und Autonomie. In Analogie zum körperlichen Trennungsmoment von der Mutter, vergegenständliche ich einen eigentlich rein geistigen Prozess, der Lösung von teils undefinierbaren Abhängigkeiten bedeutet.

Omphalos (griechisch Nabel) - ein Opferstein der Göttin Gaia der sich im Apollonheiligtum von Delphi befandt. Er markiert die sagenhafte Stelle, an der sich die von Zeus im äußersten Westen und im äußersten Osten entsandten Adler in der Mitte der Welt getroffen haben. Pausanias zufolge war er die Weltachse, die mythische Verbindung zwischen Himmel, Erde und Unterwelt.
Gaia - die mythologische personifizierte Erde, die Muttergottheit, die alles Lebende hervorbringt und ernährt, jedoch auch die Todesgottheit, die den Menschen nach dem Tod in ihren Schoß aufnimmt.

Der Film verhandelt die anstrengende Prozedur der Abnabelung. Dazu werden Themen und Objekte der Nabelinstalltion  prozesshaft wiederaufgenommen. So werden zusätzlich äußere Perspektiven und ihre Gleichzeitigkeit gezeigt: was dem einen als Näherkommen erscheint, ist für den Anderen ein Weggehen









Bestehende Genres werden neu kontextualisiert, unabhängig der konventionellen Kategorien. Es entstehen Reliquien meiner Selbst. Der Körper ist immer auch kulturspezifisch geprägt und geformt, deshalb reduziert in seinen Möglichkeiten. Es geht um die Wechselbeziehung von Ratio und Effekt, Kontrolle und Imagination, Distanz und Nähe, Gedanke und Geste und folglich auch um die Diskussion sozialer Normen und Standards. So liegt die unmittelbarste Wirkung der Werke auch in der Wucht ihrer Gegensätze: Impulse (Schwere und Leichtigkeit, Abstraktion und Gegenständlichkeit) arbeiten oft in ein und derselben Arbeit gegeneinander.